Ratgeber

    Kapitel 1

    Kapitel 1

    Aktualisierung

    1 | MUSIKSCHULLEHRKRÄFTE | von fest bis prekär

    Umfrage der Fachgruppe Musik
    zur Situation der Musikschullehrkräfte

    Die Fachgruppe Musik in ver.di hat im Frühjahr 2012 eine bundesweite Umfrage zur Einkommenssituation und zu den Arbeitsbedingungen von fest- und teilzeitangestellten sowie freien Musikschullehrkräften durchgeführt, an der sich 5.271 Lehrkräfte mit 6.871 Beschäftigungsverhältnissen beteiligt haben. Im Vergleich zur Umfrage im Jahr 2008 hat sich die Situation der Musikschul- und Privatmusiklehrkräfte weiter verschlechtert. Die zentralen Ergebnisse:

    • Eine feste Beschäftigung in einer Vollzeitstelle ist mittlerweile die absolute Ausnahme: Im Bundesdurchschnitt haben nur noch 8,5 Prozent der Lehrkräfte eine Vollzeitstelle. Gut
      33 Prozent sind mit einer Teilzeitstelle angestellt und
      58 Prozent der Lehrkräfte werden als freie Mitarbeiter beschäftigt (2008: 45 Prozent). Mehr als jede dritte Musikschullehrkraft arbeitet inzwischen in zwei oder mehr Beschäftigungsverhältnissen.
    • Das Jahreseinkommen der vielen freien Lehrkräfte ist mit bundesweit durchschnittlich 12.404 Euro brutto gegenüber 13.330 Euro im Jahr 2008 noch weiter gesunken. Damit erreichen die hoch qualifizierten Lehrkräfte der deutschen Musikschulen im Durchschnitt gerade einmal ein monatliches Bruttoeinkommen von 1.030 Euro.

    Die genauen Ergebnisse der Umfrage und eine detaillierte Auswertung sowie eine Zusammenfassung und eine Pressemitteilung hierzu gibt es auf dieser Internetseite.

    Jahreseinkommen
    der freien Musikschullehrkräfte bei 12.239 Euro

    Die 930 öffentlich geförderten Musikschulen in Deutschland hatten 2014 etwa 1,5 Millionen Schüler, die fast 60.000 Stunden Einzel- und Gruppenunterricht erhalten haben. Zusätzlich werden aber auch noch in großer Zahl private Musikschulen besucht sowie Einzelstunden bei selbstständigen Musikpädagogen genommen.

    Ende 2014 waren bei der KSK rund 26.000 (darunter 13.800 weibliche) Musikpädagogen versichert. Das der KSK gemeldete Jahreseinkommen der selbstständigen Musikpädagogen liegt im Schnitt bei 12.239 Euro (Musikpädagoginnen: 11.172 Euro)

    Von den privaten Musikschulen im Jahr 2014 wurden Gesamterträge von 235 Millionen Euro erzielt. Fast
    90 Prozent stammen aus den Schul-, Kurs-, bzw. Unterrichtsgebühren. Da die meisten privaten Musikschulen ihre Pädagogen auf Honorarbasis bezahlen, entfällt der größte Kostenblock auf die Vergütungen für freie Mitarbeiter (66 Prozent), gefolgt von den Personalkosten für festangestelltes Personal (11 Prozent). Diese und viele weitere Zahlen enthält die Studie „Musikwirtschaft in Deutschland“, die im September 2015 veröffentlicht wurde. Sie enthält auch weitere Daten zur gesamten Musikwirtschaft. Enthalten sind Wirtschaftsdaten auch im „Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014“, herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).