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    Sehnsucht nach Rückenwind

    Sehnsucht nach Rückenwind

    VdM-Kongress:
    Musikschule ist existenziell, nicht »nice to have«

    Ohne Musik wäre die Gesellschaft längst kollabiert«, lautete ein bejubelter Satz des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa auf dem Kongress des Verbandes der Musikschulen (VdM) vom 17. bis 19. Mai in der Kongresshalle am Berliner Alexanderplatz.

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin-Brandenburg Ch.v.Polentz | transitfoto.de Musik ist Arbeit!  – Beim VdM-Kongress am Berliner Alexanderplatz Mitte Mai wurde aufgespielt: Die soziale Lage von Berliner Musikschullehrkräften muss sich verbessern! Zusagen sind einzuhalten!

    Umrahmt wurde das Ereignis von Programmen der zwölf Musikschulen der Stadt. Wieder einmal wurde lautstark aufgespielt, verteilte ver.di Broschüren zur Situation

    der Berliner Honorarkräfte und rote Buttons »Musik.ist.Arbeit«. Und erneut wurden die bislang unerfüllten Zusagen des Senats nach einem Tarifvertrag zur Verbesserung der sozialen Lage von Musikschulbeschäftigten eingefordert.

    »Der Kongress ist eine Solidaritätsadresse an unsere Berliner Musikschulen«, so der VdM-Bundesvorsitzende Ulrich Rademacher mit Bezug auf die Wahl des Veranstaltungsortes, »die haben Sehnsucht nach Rückenwind. Mit gutem Willen von vielen könnte sich hier einiges schnell in die richtige Richtung bewegen.« Musik müsse geteilt werden, das sei unumstritten, aber: »Wir Musikschulen können nur teilen im Sinne unseres Bildungsauftrages, wenn unser Personal wertgeschätzt und anständig vergütet wird.«

    Klaus Lederer griff den Ball auf und bezeichnete Kultur als zentrale Ressource der Stadt. »Zweck von Politik muss immer ein Mehr an Kultur sein.« Musikschule sei dabei ein Fundament. Was sollen Musikschulen tun, wie sollen sie es tun und was benötigen sie dafür? Das müsse fachlich diskutiert und politisch beantwortet werden.

    Tatsächlich, so die Präsidentin des Berliner Landesmusikrates Hella Dunger-Löper, werde Musikschularbeit in den Bezirken sehr unterschiedlich bewertet. Es sei »unsere Aufgabe, dafür zu sorgen dass der Stellenwert steigt, wir müssen überall öffentlich auftreten und es sagen«.

    Am Kongresssonntag wurde ein spezielles Themenforum »Berliner Musikschulentwicklung – eine Zwischenbilanz« veranstaltet. Dabei, so schätzte Annette Breitsprecher, Vize-Vorsitzende des ver.di-Landesfachgruppenvorstandes Musik ein, seien ver.di-Forderungen nach Honorarerhöhungen, einem Tarifvertrag für Freie und zusätzlichen Stellen von Podiumsrednern unterstützt worden.
    Einig schien man sich auch in der positiven Bewertung des Richtungswechsels von dauerndem Abbau zu Aufbau.

    Breitsprecher meinte letztlich, auf dem Kongress gute Argumente in die Hand bekommen zu haben, »warum dass, was wir tun, nicht ›nice to have‹, sondern von existenzieller Bedeutung für die Gesellschaft ist«. Die VdM-Veranstaltung sah sie als Unterstützung für das gemeinsame Anliegen Musikschule.