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    Null Angebot, null Wertschätzung!

    Null Angebot, null Wertschätzung!

    Zur zweiten Verhandlungsrunde mit
    der Tarifgemeinschaft deutscher Länder am 1./2. November 2021 in Potsdam

    Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde in der Tarif- und Besoldungsrunde für die Beschäftigten der Länder ist eine Einigung in weiter Ferne. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bleibt bei ihrer Blockadehaltung und hat kein Angebot gemacht. Sie lehnt unsere berechtigten Forderungen und Erwartungen rundheraus ab:

    • eine besondere Anerkennung und Erhöhung der Tabellenentgelte für Beschäftigte im Gesundheitswesen, deren Belastung durch Corona noch verschärft wurde,
    • ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte,
    • stufengleiche Höhergruppierung,
    • einhalten der Verhandlungszusage beim Straßenbetriebsdienst und Straßenbau.

    Pure Machtdemonstration

    Mit aller Macht will die TdL die Axt an den Arbeitsvorgang legen und Verschlechterungen bei der Eingruppierung durchsetzen. Sie will Zugeständnisse erzwingen, die ver.di nicht geben wird! Die TdL beharrt weiterhin drauf: Ohne Zugeständnisse keine Bewegung bei unseren berechtigten Forderungen.

    Man fragt sich, ob die TdL tatsächlich im Namen ihrer Mitglieder, den Bundesländern, spricht. Argumente backen sich die Verhandlungsführer der TdL, wie es ihnen gerade passt: Ein Tarifvertrag für studentisch Beschäftigte wird mit dem Argument abgebügelt, man wolle den Kultusministerinnen und -ministern der Länder nicht reinreden. Gleichzeitig zählt die Meinung der Justizminister der Länder für sie aber nicht – sie hatten einen Lösungsweg beim Arbeitsvorgang entwickelt.

    Weil wir beim Arbeitsvorgang nicht klein beigeben wollen, lehnen die Arbeitgeber alle unsere strukturellen Forderungen rundheraus ab. Und beim Geld sind sie nicht bereit, die Preissteigerung auszugleichen. Das ist eine klare Kampfansage!

    Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender

    Attraktiver Arbeitgeber? Auch in Zukunft???

    Lediglich bei der Forderung nach Übernahme von Auszubildenden kann sich die TdL eine Verlängerung der bisherigen Regelung vorstellen. Vermutlich dämmert den Arbeitgebern, dass es bei ihrer Haltung immer schwieriger werden könnte, Fachkräfte zu halten und zu gewinnen.

    Denn auch beim Geld bleibt die TdL bei ihrer verqueren Wahrnehmung der Realität. Die Verhandlungsführer haben erneut ihre ganz eigenen Daten für die Preisentwicklung präsentiert. Sie sei nicht so hoch, wie alle Wirtschaftsinstitute unisono sagen. Also müsste sie bei der Lohnerhöhung auch nicht extra berücksichtigt werden. Folge wären Reallohnverluste für die Beschäftigten der Länder!

    Wir bleiben dabei: 5 Prozent mehr, mindestens aber 150 Euro!

    Ohne Druck geht gar nichts!

    Jetzt kommt es darauf an, nochmals richtig Druck zu machen! Die TdL provoziert Streiks, also soll sie sie auch bekommen. Klärt eure Kolleginnen und Kollegen über den Konfrontationskurs der Arbeitgeber auf! Macht gemeinsam mit bei den Streiks und Aktivitäten, die verstärkt in den Wochen bis zur dritten Verhandlungsrunde nun stattfinden. Fragt eure Arbeitgeber und die politisch Verantwortlichen in euren Ländern, ob die TdL wirklich in ihrem Namen handelt!
    Gemeinsam sind wir stark – nur gemeinsam können wir der Blockadehaltung der TdL erfolgreich begegnen.

    Wie geht es weiter?
         3. Verhandlungsrunde
         27. – 28. November 2021 in Potsdam

    • ver.di-Pressemeldung vom 2. November 2021

      Wer Streiks provoziert – bekommt sie!

      Länder lehnen sämtliche Forderungen
      der Gewerkschaft ab: ver.di kündigt Streiks im öffentlichen Dienst an

      Nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde für die mehr als eine Million Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder hat der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, eine spürbare Ausweitung der Streiks angekündigt. »Wir verplempern doch nicht tagelang unsere Zeit, um zu sämtlichen Forderungen der Beschäftigten ein stoisches Nein der Arbeitgeberseite zu hören. Und als trauriger Höhepunkt wird dann trotz mehrfacher Aufforderung durch ver.di kein Angebot vorgelegt. Solche Mätzchen haben die Beschäftigten nicht verdient«, sagte Werneke in Potsdam. Tarifverhandlungen seien dazu da, sich anzunähern und Kompromisse zu schließen. »Wer Streiks provoziert, darf sich nicht wundern, wenn er sie bekommt. Die Verantwortung für die Folgen der kommenden Streiks trägt allein die Tarifgemeinschaft deutscher Länder«, erklärte der ver.di-Vorsitzende. Die Arbeitgeberseite erklärte zuvor, sie sehe auch für eine Aufwertung der Gesundheitsberufe sowie für eine erstmalige Tarifierung der studentischen Beschäftigung keinen Handlungsbedarf.

      Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte Verhandlungen von der grundsätzlichen Bereitschaft der Gewerkschaften abhängig gemacht, massive Herabgruppierungen im Eingruppierungssystem möglich zu machen. »Ein solches Vorgehen lehnen wir ab«, betonte der ver.di-Chef. Vorschläge von ver.di, für den von der TdL problematisierten Justizbereich in konkrete Gespräche einzutreten, hat die TdL weggewischt.

      Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um 5 Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen tabellenwirksam monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden.

      Verhandelt wird für rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte (940.000 Vollzeitstellen) und 48.000 Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen). Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die 1,2 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 880.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Länder sowie 175.000 Beamtinnen und Beamte und 120.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Kommunen übertragen werden (Angaben ebenfalls ohne Hessen).

      ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion.

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      zur ver.di-Pressemeldung vom 2. November 2021

    Das Flugblatt ...

    Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
    © ver.di

    … vom 2. November 2021 zu den Ergebnissen der zweiten Verhandlungsrunde mit der TdL kann als pdf-Datei hier geladen werden: