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    Musikschule – Schule für Musik

    Musikschule – Schule für Musik

    Fachgruppe Musik der ver.di SAT ver.di Musikschule – Schule für Musik

    Musikschulen* in Sachsen sind
    Bildungseinrichtungen – Bildung ist Ländersache

    Der Freistaat Sachsen wird dem Anspruch an eine umfassende, inklusive und professionelle musikalische Bildung in Breite und Spitze in der Zukunft nur gerecht, wenn er kommunal getragene Musikschulen* (im Folgenden: Musikschulen) als reguläre Bildungseinrichtungen mit definierten Qualitätsstandards verankert.

    Musikschulen erfüllen einen ebenso bedeutsamen gesellschaftlichen Bildungsauftrag wie allgemeinbildende Schulen. Sie gehören daher auch in die Zuständigkeit der Bundesländer.

    An den sächsischen Musikschulen wird unser immaterielles musikalisches Weltkulturerbe bewahrt und weiterentwickelt. Musikschulen bieten die professionelle Verknüpfung zwischen Breitenmusikalisierung in Ganztagsangeboten der allgemeinbildenden Schule und der vertiefenden musischen Ausbildung (z.B. am Instrument, mit der Stimme, im Tanz, Ensemble, Chor und Orchester). Sie sind der Ort, an dem die Ganztagsangebote fortgeführt werden und stellen sicher, dass die für musische Breitenbildung zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel nachhaltig wirksam werden.

    Durch die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen leistet die Musikschule ihren Beitrag u.a.

    • zur Nachwuchsgewinnung für Schulmusikerinnen/-musiker, Orchestermusikerinnen/-musiker, Dirigentinnen/Dirigenten, Tänzerinnen/Tänzer, Musikschullehrerinnen/-lehrer sowie für Berufe, für die eine grundständige musikalische Ausbildung Voraussetzung ist (z.B. Tontechnikerinnen/-techniker und Musiktherapeutinnen/-therapeuten, Instrumentenbauerinnen/-bauer),
    • zur Ausbildung eines gebildeten Konzert-, Tanz-/Performance-, (Musik-)Theater- und Opernpublikums sowie von qualifizierten Laienmusikerinnen/-musiker,
    • zur Erhaltung des Berufsstandes von Instrumental-, Vokal- und Tanzpädagoginnen/-pädagogen, Ensemble-, Chor und Orchesterleiterinnen/-leiter.

    Der Berufsstand der Musikschullehrkraft und somit der Institution Musikschule als solche ist aus unserer Sicht massiv gefährdet und bedarf dringend der Stärkung:

    Wir benötigen 100 Prozent Festanstellung an Musikschulen mit einer den Lehrergehältern gleichgestellten Vergütung, welche auch die Abwanderung von hochqualifizierten Musikpädagoginnen/-pädagogen in den Schuldienst stoppt und diesen – unsere sächsische Kunst- und Kulturlandschaft prägenden – Berufsstand wieder attraktiv macht.

    Für Gespräche stehen wir sehr gern zur Verfügung.

    Erstunterzeichnerinnen/-unterzeichner:
    Birgit Pfarr | Katja Mangold | Henry Kowallik | Andreas Roth | Bernd Woschick
    Diplom-Musikpädagoginnen/-pädagogen am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden

    [* Der Begriff Musikschule meint kommunal getragene Musikschulen des Freistaates Sachsen]

    AUFRUF

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    mit der Unterstützung der ver.di-Landesfachgruppe Musik in Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen (SAT) sind Dresdener Musikschulkolleginnen und -kollegen mit diesem Schreiben an die möglichen Koalitionäre der zukünftigen Landesregierung des Freistaates Sachsen getreten.

    In den Anschreiben erinnern Sie die Teilnehmer der aktuell stattfindenden Sondierungsgespräche an die, in den jeweiligen Wahlprogrammen zugesicherten, Maßnahmen bezüglich der Förderung und Entwicklung des kommunalen Musikschulsystems des Freistaates. Darüber hinaus wollen die Unterzeichner die Parteien aber auch ermutigen, hier weiterzugehen. Die Anregung der Musikschulkolleginnen/-kollegen beinhaltet u.a., das Musikschulsystem – seiner gesellschaftlichen Bedeutung gemäß – den allgemeinbildenden Schulen gleichzustellen und es daher ebenso in die Verantwortung des Bundeslandes zu stellen. Diese Gleichstellung soll sich auch auf den Status und damit die Vergütung der Musikschullehrerinnen/-lehrer beziehen.

    Jenseits der Frage der Regierungsbildung des Freistaates soll dieses Schreiben ebenso eine grundsätzliche Diskussion über die gesellschaftliche Bedeutung musisch-kultureller Bildung und deren »Wert« anregen.

    Gabor Scheinpflug
    für den Landesfachgruppenvorstand Musik in SAT


    Der Aufruf kann als pdf-Datei hier geladen werden: