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    Musikerinnen/Musiker und Musikschulen absichern

    Musikerinnen/Musiker und Musikschulen absichern

    Die ver.di-Landesfachgruppe Musik Baden-Württemberg fordert zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie:

    1. Freie Musikerinnen und Musiker weiter mit Hilfe zum Lebensunterhalt staatlich abzusichern;
    2. Existenz der Musikschulen im Rahmen eines kommunalen Rettungsschirms zu gewährleisten;
    3. Präsenzunterricht nicht auf Kosten der Gesundheit von Lehrkräften und Schülerinnen/Schülern
        anzuweisen.

    In der Corona-Pandemie sind unzählige freie Musikerinnen und Musiker wegen der Auftrittsverbote und der Schließung von Kultureinrichtungen und anderen Spielstätten unter das Existenzminimum gerutscht. Sie benötigen auch nach dem Auslaufen des Landesprogramms für Solo-Selbstständige dringend weitere staatliche Unterstützung zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts und dürfen nicht ins Hartz-IV-System abgedrängt werden. Die ver.di-Landesfachgruppe Musik fordert deshalb die Weitergewährung eines monatlichen Zuschusses von 1.180 Euro zum Lebensunterhalt. Aufgrund von Verordnungen der Landesregierung, gab und gibt es coronabedingte Auftrittsbeschränkungen für freie Musikerinnen und Musiker. Und auch danach ist nicht mit einer schnellen Rückkehr zu Engagements wie vor der Pandemie zu rechnen.

    Die Landesfachgruppe, die über 600 gewerkschaftlich organisierte Musikerinnen und Musiker vertritt, fordert außerdem die Sicherung der Existenz der Musikschulen in öffentlicher Trägerschaft im Rahmen eines finanziellen Rettungsschirms für die Kommunen. Die Folgen der Viruspandemie dürften nicht dazu führen, dass Musikschulen geschlossen werden, dass die Zahl der angebotenen Unterrichte reduziert wird oder dass die Arbeitsbedingungen der Musikschullehrerinnen oder -lehrer verschlechtert werden – etwa durch Umwandlung von tariflich abgesicherten Festanstellungen in Scheinselbstständigkeiten als Honorarlehrkräfte.

    Während der Zeit der Schließung der Musikschulen haben die Musikschullehrerinnen und -lehrer mit großem Engagement Onlineangebote aus dem Boden gestampft und dabei mit ungeklärten Fragen des Datenschutzes und Unzulänglichkeiten der Technik gekämpft. Sie haben dadurch wesentlich dazu beigetragen, dass Unterricht gegeben werden konnte und sich nur wenige Schülerinnen oder Schüler abmeldeten. Deshalb haben die Betroffenen Anspruch darauf, dass die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht unter strengster Beachtung des Gesundheitsschutzes für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schülererfolgt.

    Insbesondere dort, wo aufgrund baulicher Gegebenheiten und Mängel die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln nicht gewährleistet werden kann, dürfen Wiedereröffnungen nicht zulasten der Gesundheit durchgepeitscht werden. Dies gelte auch für Unterricht im Rahmen der Kooperationsangebote von allgemeinbildenden und Musikschulen.

    Zur Frage des Unterrichts in Gebäuden der allgemeinbildenden Schulen hatte es zuvor einen Briefwechsel der ver.di-Landesfachgruppe mit Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) gegeben. Darin war klargestellt worden, dass weiterhin gilt, dass der Einsatz außerschulischer Partner lediglich im Rahmen der erweiterten Notbetreuung zulässig ist.

    Musikschulunterricht ist wesentliches Element der schulischen und außerschulischen Bildung. Aber Musikerinnen und Musiker, die in diesem Feld tätig sind, brauchen mehr als nur Applaus. Deshalb begrüßt die ver.di-Landesfachgruppe den Beschluss zur Kündigung der Entgelttabellen im öffentlichen Dienst durch die Bundestarifkommission und wird sich im weiteren Verlauf der Tarifrunde für eine angemessene Entgelterhöhung engagieren.

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    Fachgruppe Musik der ver.di Baden-Württemberg
    © screenshot

    ... der ver.di Baden-Württemberg
    vom 23. Juni 2020.