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    WIR WERDEN LAUT!!!

    WIR WERDEN LAUT!!!

    Demonstration von Künstlerinnen/Künstlern, Solo-Selbstständigen
    und Freien am 24. Juni 2020 von 12:00 bis 17:00 Uhr in Mainz

    Am 25. Juni treffen sich die Wirtschaftsminister der Länder in Bremen. Wir möchten Herrn Dr. Wissing eine klare Botschaft für seine Beratungen mit auf den Weg geben. Nachdem ein Zusammenschluss von Kunstverbänden bereits am 2. April 2020 einen Appell an Herrn Dr. Wissing gerichtet hat ist von Seitens des Wirtschaftsministeriums wenig bis nichts passiert.

    Die Bundesregierung hat wiederholt betont, wie wichtig die Kultur ist (»demokratierelevant«). Erfreulicherweise hat die Politik erkannt, dass die Kunst- und Kulturszene von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders heftig betroffen ist und hat für die Unterstützung dieses Bereichs eine Milliarde Euro bereitgestellt. Dieser geplante Kultur-Infrastrukturfonds ist ein dringend notwendiger Schritt, um die Strukturen innerhalb des Kulturbereichs abzusichern und sie durch die Krise zu bringen.

    Fachgruppe Musik der ver.di Rheinland-Pfalz ver.di Unternehmerlohn

    »Allerdings muss eine wirkliche Unterstützung der Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsbranche in Kombination mit individuellen Hilfen für Soloselbstständige gewährleistet werden, damit die Förderung nicht ins Leere läuft«, so Michael Holdinghausen der Fachbereichsleiter für Medien und Kunst in ver.di.

    Übereinstimmende Berichte aller einschlägigen Berufs- und Branchenverbände sind eindeutig: Die bestehenden Hilfsprogramme kommen oft nicht so oder dort an, wie und wo sie benötigt werden. Unter den Künstlerinnen/Künstlern und Akteuren der Kultur- und Veranstaltungsbranche herrscht große Verunsicherung. Sie unterliegen einem Arbeitsverbot, unverschuldet und zum Schutz der Gesamtbevölkerung, solange öffentliche Veranstaltungen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sind. Diese Einnahmeausfälle müssen ausgeglichen werden. Unter geltenden Hygienevorschriften ist wirtschaftliches Arbeiten nicht möglich und die Probleme der Branche werden noch lange anhalten. Sie werfen bereits bis weit ins Jahr 2021 ihre Schatten voraus.

    Es reicht nicht, weiterhin für die Lebenshaltungskosten auf den vereinfachten Zugang zur Grundsicherung (ALG II) hinzuweisen, deren Vereinfachung nicht ausreicht oder durch die Jobcenter nur eingeschränkt umgesetzt wird. »Durch den Verweis auf den Hartz-IV-Bezug wird die am längsten von Einschränkungen betroffene Gruppe meist hochqualifizierter Kulturschaffender in prekären Verhältnissen festzementiert und weiterem Honorardumping Tür und Tor geöffnet.“, so Andreas Kubitzki, Vorsitzender der ver.di-Fachgruppe Musik Rheinland-Pfalz und Initiator der Demonstration. Die Grundsicherung ist nur bedingt eine Lösung für Kulturschaffende in der Coronakrise. Die Überprüfung der Bedarfsgemeinschaft sowie minimale Zuverdienstgrenzen machen eine Lebenshaltung auf dieser Basis fast unmöglich. Nachbesserungen sind dringend notwendig.

    Medienecho (Auswahl)

    Fachgruppe Musik der ver.di Rheinland-Pfalz
    © screenshot

    Vom Staat gibt's oft nur ein »Mini-Bisschen«
    Mit löchrigen Schirmen und Musik haben freischaffende Künstlerinnen und Künstler am 24. Juni 2020 stundenlang vor dem Mainzer Landtag demonstriert. Vereinfacht Hartz IV bis Ende September – das reicht ihnen nicht. Besonders die Musiker brauchen mehr Unterstützung.
    Ein ausführlicher Bericht auf
    Deutschlandfunk Kultur am 24. Juni 2020

    Künstler demonstrieren in Mainz für mehr Hilfen
    Mit Musik, Plakaten und zerfetzten Regenschirmen haben Künstler in Mainz in der Nähe des Landtages für mehr Unterstützung in der Corona-Krise demonstriert. Sie forderten unter anderem Hilfen für Soloselbstständige, die in der Pandemie teils finanziell vor dem Nichts stehen und durch das Raster bereits beschlossener Hilfsprogramme fallen.
    Ein Bericht in der
    Süddeutschen Zeitung vom 24. Juni 2020