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    Appell der Landesfachgruppe Musik der ver.di NRW

    Appell der Landesfachgruppe Musik der ver.di NRW

    Musikschulen und Musikschullehrkräfte in ihrer Existenz bedroht – Eltern wünschen Unterricht

    Weder die Honorarzahlungen noch der Unterricht dürfen wegen der Corona-Krise eingestellt werden!
    Wer durchhält und investiert, kann dauerhaft Bildungsqualität und -reichweite gewinnen!

    Die Schließung der Musikschulen zur Verlangsamung der Infektionsrate des Covid-19-Virus halten wir für eine richtige Maßnahme. Die Gesundheit der Menschen steht in dieser Situation an vorderster Stelle. Durch die Maßnahmen entsteht im Bildungssektor eine völlig neue Situation, deren Ende noch nicht sicher abzusehen ist.

    Für die Lehrkräfte, die Schülerinnen, Schüler und Eltern ergeben sich zum Teil umfassende Veränderungen des Alltags. Es werden viele Fragen aufgeworfen, sowohl den Bildungsauftrag der Musikschulen betreffend, als auch den Status der Honorarkräfte und der Festangestellten. Das Zweiklassenmodell mit prekär beschäftigten Musikpädagoginnen und -pädagogen ist dabei gescheitert und droht irreparable Schäden zu hinterlassen, wenn die kommunalen Arbeitgeber ausgerechnet jetzt nicht ihrer Verantwortung nachkommen. Auf der anderen Seite zwingt uns die Krise, neue Methoden des Unterrichts und der Vermittlung zu erproben. Hier kann dauerhaft hinzugewonnen werden.

    Diese Stellungnahme versucht wichtige Problemfelder aber auch Chancen aufzuzeigen. Derzeit sind viele, kurzfristig notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Der übergeordnete Blick sollte zu gegebener Zeit jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Gerade in Anbetracht der Langzeit-Wirkungen wollen wir mit dieser Stellungnahme einen konstruktiven Impuls beisteuern: Es müssen neue Unterrichtsmethoden und -verfahren entwickelt, Musikschularbeit und Lehrpläne neu strukturiert werden. Dies skizzieren wir in den nachfolgenden Ausführungen. Als Lohn winkt nicht nur eine Bewältigung der Krise, sondern eine Ausdehnung der Reichweite und eine verbesserte Qualität unserer Bildungsangebote.

    Die Musikschulen NRWs sind in der Lage ihrem Bildungsauftrag auch während der Krise gerecht zu werden. Übergangsweise angebotene digitale Unterrichtsformen können dabei einen Beitrag für die innere Sicherheit und Stabilität unserer Gesellschaft leisten. Dieser Unterricht muss auf DSGVO-konformen Online-Plattformen aufbauen und alle Fragen des Daten-, Kindes- und Jugendschutzes müssen durch Träger der Musikschulen geklärt werden. Der in der Regel sehr individuell zugeschnittene Musikunterricht soll verantwortungsvoll und mit bestmöglicher Kontinuität während der Gesamtdauer der Krise fortgeführt werden können. Zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen, zur Unterstützung der Familien, für kulturelle Teilhabe, zur ästhetischen Verarbeitung und nicht zuletzt, um Trost und Zuversicht zu spenden. Die Aufgaben von Musikschulen werden in dieser Krise deutlicher denn je.

    Musikschularbeit sollte unbedingt weitergehen – und zwar gestärkt! Dies betrifft

    • die finanzielle Absicherung der Honorarkräfte,
    • die Rechts- und Handlungssicherheit der Lehrkräfte in Fragen des Online-Unterrichts,
    • die Einhaltung betrieblicher Mitbestimmung,
    • die digitale Infrastruktur von Musikschulen im Allgemeinen.

    Musikschulen sind zu so viel mehr fähig – wenn man sie lässt!
    In diesem Prozess unterstützend zu wirken, ist das erklärte Ziel der ver.di Landesfachgruppe Musik NRW. Wir freuen uns über Anregungen und Kritik.

    Für die ver.di Landesfachgruppe Musik NRW

    gez. Anton Georg Gölle
    – Vorsitzender –

    Der Appell ...

    Fachgruppe Musik der ver.di NRW
    © ver.di

    … der Landesfachgruppe Musik der ver.di NRW ist gerichtet an:

    • die Landes- und Kommunalpolitikerinnen/-politiker in NRW,
    • die kommunalen Arbeitgeber in NRW,
    • den Kulturrat NRW,
    • den Landesmusikrat NRW,
    • die Musikschulen des LVdM NRW

    Dem Appell beigefügt sind detaillierte Erläuterungen zu

    • Situation der Honorarkräfte entschärfen: Fortzahlung der Honorare!
    • Aufrechterhaltung des Unterrichtsbetriebes
    • Ungeklärte Rechtsfragen
    • Ist Online-Unterricht Unterricht?
    • Mitbestimmung beachten und die Freiwilligkeit stärken!
    • DSGVO, Urheberrecht, Jugendschutz

    Die Krise als Chance?

    • Stellenwert von Musik und musikalischer Bildung
    • Erforschung neuer Unterrichtsmethoden und Verfahren
    • Digitalisierung von Musikschularbeit
    • Strukturelle Arbeit und Fragen des Lehrplans

    Der Appell der Landesfachgruppe Musik NRW
    kann hier als pdf-Datei geladen werden: