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    MUSIK IST LEBEN

    MUSIK IST LEBEN

    Ein Kurzfilm von Marlene Schittenhelm

      
    Marlene Schittenhelm schreibt zu ihrem Projekt:

    Ich studiere seit nunmehr vier Jahren am Institut für Musik in Osnabrück und seit dem ersten Semester fielen im Unterricht viele warnende Wort zur hauptberuflichen Zukunft als Musikerin/Musiker. In vielen Unterrichtsfächern wurde deutlich, dass wir finanziell lieber nicht allzu viel erwarten sollen und auch Anerkennung und Wertschätzung in diesem Beruf rar gesät ist. Das Unterrichten macht bei den meisten Berufsmusikern einen großen Teil des Einkommens und des Berufsalltags aus – egal, ob an (privaten sowie freien) Musikschulen, Berufsschulen oder Hochschulen.

    Ich begann mich zu wundern: Reflektiere ich meine Vergangenheit haben meine Musiklehrerinnen/-lehrer mich sehr geprägt, mich zum Nachdenken angeregt, mich gefordert und gefördert, mich beim Aufwachsen begleitet. Im Nachhinein ist die rein musikalische Arbeit nur ein Bruchteil von dem, was ich von ihnen lernen und mitnehmen konnte. Aber auch diese Arbeit hat mich so mit Freude erfüllt, dass ich den gleichen Weg gegangen bin, den sie mir vorgelebt haben. Romantisch ausgedrückt: Meine Musiklehrerinnen/-lehrer haben mein Leben verändert.

    Diese Erkenntnis stand für mich von Beginn meines Musikstudiums an in einer großen Diskrepanz zu den düsteren Zukunftsvisionen, die ab Tag eins Tag für Tag an uns herangetragen wurden. Auch von den Mitstudenten gab es oft ironische oder abwertende Bemerkungen zum Berufs des Musikpädagogen. Jedesmal ging mir der Gedanke durch den Kopf: Wieso studierst man etwas, das man selbst nicht ernst nimmt?

    Darum habe ich mich im Zuge eines Hochschulprojekts dazu entschlossen, einen Kurzfilm zu drehen, der sich mit dem Thema beschäftigt. Mithilfe des fictionreichen Kurzfilms möchte ich auf die schlechten Arbeitsbedingungen von Musikpädagogen und -pädagoginnen aufmerksam machen. Diese werden überwiegend als Honorarkräfte gehalten, sind im Krankheitsfall nicht abgesichert, erhalten keinerlei Urlaubsgeld und müssen aufgrund ihres Arbeitsvertrages jedes Jahr aufs Neue um ihren Job bangen.

    Die Beteiligten vor und hinter der Kamera sind zum Großteil aktuelle und ehemalige Musikstudenten. Nur drei der Schauspieler – darunter die zwei Kinder und die Großmutter – sind geacastete Schauspieler.

     

     

      

    Mitwirkende

    Regie/Drehbuch: Marlene Schittenhelm
    Kamera/Post-Produktion: Jakob Panhorst
    Regieassistenz/Ton: Peter Söltl
    Maske: Elif Batman
    Musik: Caspar Clemens

    Frau Martin: Marlene Walker
    Musikschulleiter: Gleb Tchepki
    Oma: Sonja Schwarz
    Benjamin: Leon Xijia Yang
    Lisa: Emilia Schomaeker