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    Wir machen Tarif

    Wir machen Tarif

    Zur Aufnahme von Tarif-Verhandlungen mit der VKA zu Kurzarbeit am 30. März 2020

    Zum Thema tarifvertragliche Regelungen zur Kurzarbeit im öffentlichen Dienst (siehe beigefügte Tarif-Information vom 27. März 2020) existieren scheinbar einige Missverständnisse, die wir auf diesem Weg versuchen möchten aufzulösen.

    Bereits gestern informierten wir darüber, dass ver.di eine tarifvertragliche Regelung mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände VKA zur Kurzarbeit, anstrebt.
    Scheinbar wird aber in einigen Betrieben befürchtet, ver.di würde per Tarifvertrag in allen Theatern/Bühnen, Musikschulen etc. zwangsweise Kurzarbeit einführen.

    Hierzu ist klarzustellen, dass genau das nicht das Ansinnen von ver.di ist. Wir wollen keine tarifliche Kurzarbeitsautomatik einführen!

    Nach unseren Vorstellungen ist die Grundlage für die Einführung der Kurzarbeit die zwingende Zustimmung des Personal- oder Betriebsrates – so wollen wir es tarifvertraglich vereinbaren.

    Damit würden wir den Personalräten Regelungskompetenzen geben, die sie derzeit im Großteil der Landespersonalvertretungsgesetze überhaupt nicht haben. Insgesamt würden wir den Druck von den Betriebs- und Personalräten nehmen, jetzt und möglichst schnell Vereinbarungen über die Einführung von Kurzarbeit abzuschließen, die dann auch noch ohne oder nur mit geringen Aufstockungsbeträgen versehen sind. Wir wollen tarifvertragliche Mindestregelungen zu Aufstockungsbeträgen festlegen!

    Zusätzlich strebt ver.di tarifliche Regelungen von Ankündigungsfristen, zur Bestimmung der Bereiche/Personengruppen, die in Kurzarbeit gehen sollen, zu Beginn, Ende, Umfang und Lage der Kurzarbeit, zum Umgang mit Resturlaub aus dem Vorjahr, zum Abbau von Arbeitszeitkonten, zur Weiterbildung oder Gesundheitsvorsorge während der Kurzarbeit, zur Beteiligung bzw. zur kontinuierlichen Einbeziehung der jeweiligen Interessenvertretung (PR/BR), zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und zur Laufzeit und Kündigung des Tarifvertrages an. Es soll Besitzstandsregelungen für bestehende bessere BV’n/DV’n geben.

    Wir wollen also bundesweit eine tarifvertragliche Haltelinie nach unten setzten, so dass die Personal- und Betriebsräte ohne Druck Entscheidungen über das Für, Wider und den richtigen Zeitpunkt von Kurzarbeit in ihren Theater/Bühnen und Musikschulen etc. treffen können.

    Also kein Zwang, sondern die freie Entscheidung unter geregelten Mindestbedingungen und der Schutz unserer Betriebs- und Personalräte und der Beschäftigten ist unser Anliegen. Dies wollen wir mit der VKA tarifvertraglich vereinbaren.

    Mit kollegialen Grüßen

    gez. Frank Schreckenberg
    Tarifsekretär

    Die ver.di-Tarifinformation ...

    Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
    © ver.di

    … vom 27. März 2020 kann als pdf-Datei hier geladen werden: