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    Berufsmusiker: Keine Arbeitnehmer zweiter Klasse

    Berufsmusiker: Keine Arbeitnehmer zweiter Klasse

    1. November 2013: Neue Warnstreiks – Lohnnachzahlungen seit 2010

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    Nachdem am 30. September 2013 rund 100 deutsche Staats- und Kommunalorchester zeitgleich und bundesweit in den Ausstand getreten waren, gibt es heute und in den nächsten Tagen erneut Warnstreikaktionen im gesamten Bundesgebiet. Hintergrund ist die Weigerung vieler Orchesterträger in aktuell laufenden Tarifverhandlungen, die seit 2010 fälligen Tariferhöhungen als volle Nachzahlung zu leisten. Hiervon betroffen sind etwa 80 Orchester.

    »Berufsmusiker sind keine Arbeitnehmer zweiter Klasse. Sie müssen die ihnen zustehenden Tariferhöhungen genauso erhalten wie alle anderen Angestellten des öffentlichen Dienstes«, fordert DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. »Die Ausrede, die öffentliche Hand habe dafür kein Geld mehr, kann man nicht gelten lassen: Wenn für 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst das Geld für Tariferhöhungen da war, sollte es für rund 8.500 Orchestermusiker in Ländern und Kommunen auch noch reichen«, so Mertens weiter.

    »Seit Abschluss des neuen bundesweiten Orchester-Tarifvertrages im Oktober 2009 war für jeden Arbeitgeber und Rechtsträger klar, dass Lohnerhöhungen aus dem öffentlichen Dienst auch für die Orchestermusiker fällig werden«, sagt Mertens. »Nachdem die Rechtslage jetzt klar ist, müssen nun auch die vollen Nahzahlungen folgen. Teilweise geht es um bis zu zwei Monatsgehälter. Darauf würde kein Arbeitnehmer freiwillig ganz oder teilweise verzichten. Aber Musikern meint man das offenbar zumuten zu können. Dass sich die Betroffenen hiergegen jetzt auch mit Warnstreiks zur Wehr setzen, dürfte selbst das Publikum verstehen«, so Mertens abschließend.

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