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    Zwei Forderungen an die Politik

    Zwei Forderungen an die Politik

    Orte musisch-kultureller Bildung müssen Orten der Allgemeinbildung gleichgestellt werden

    Zwei Forderungen des verdi-Landesfachgruppenvorstands Musik Niedersachsen-Bremen

    Brief an die Politik vom 15. Februar 2021

    • Differenzierte musikalische Arbeit ist für Online-Unterricht kaum möglich.

      An
      Herrn Björn Thümler,
      Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen

      An den
      LVdM Niedersachsen, Herrn Klaus Bredl,

      z. K. an
      die Kulturpolitischen Sprecher der Fraktionen im Niedersächsischen Landtag

      Fachgruppe Musik der ver.di Niedersachsen/Bremen ver.di Brief vom 15. Februar 2021  – Niedersachsen/Bremen


      Sehr geehrter Herr Thümler,
      Sehr geehrter Herr Bredl,
      sehr geehrte Damen und Herren,

      die ver.di-Landesfachgruppe Musik Niedersachsen-Bremen fordert Sie auf, sich für eine Sonderregelung für Musikschullehrkräfte im Lockdown einzusetzen. Die Musikschulen als Einrichtungen musisch-kultureller Bildung sollen wieder öffnen, um wenigstens Einzel- und Kleingruppenunterricht in Präsenz erteilen zu dürfen. In Hessen und Bremen besteht diese Sonderregelung schon. Zudem hatten die Musikschulen in Niedersachsen im »Lockdown light« bis zur vorletzten Woche vor den Weihnachtsferien schon unter der Maßgabe operiert ausschließlich Einzel- und Kleingruppenunterricht in Präsenz zu erteilen. Die durchweg positiven Erfahrungen zeigen, dass eine Öffnung für die o. g. Unterrichtsformen auch jetzt wieder möglich sein könnte.

      Kommunale Musikschulen haben in großen Teilen Hygienekonzepte erarbeitet, die den Schutz von Schülerinnen, Schülern und Lehrenden gewährleisten. Dazu gehören Zugangswege, Lüftungskonzepte, FFP2-Masken und die Einhaltung der AHA-L Regeln. Auf Gruppengrößen kann geachtet, wechselnde Teilnehmer können vermieden werden. Alles in allem kann in Musikschulen genauso gut oder besser ein Infektionsschutz umgesetzt werden wie in anderen Bildungseinrichtungen.

      Aus diesem Grund bitten wir Sie dringend, den Unterricht an Musikschulen, die Hygienekonzepte zum Schutz von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften vorlegen können, wieder zu öffnen. Die Schulleitungen sollten dabei, soweit jeweils vor Ort vorhanden, mit Personal- bzw. Betriebsräten zusammenarbeiten.

      Außerdem stellt es sich vor Ort immer wieder als äußerst kompliziert dar, als Musikschule trotz (Wieder-)eröffnung wieder in die Unterrichtsräume der allgemeinbildenden Schulen eingelassen zu werden. Selbst innerhalb eines Landkreises wird dies von den Leitungen der allgemeinbildenden Schulen unterschiedlich gehandhabt. Musikschulen mit ausschließlich oder überwiegend eigenen Gebäuden stehen nicht vor diesen Problemen.
      Für den Fortbestand des Musikschulbetriebs wäre es sehr wichtig, wenn sich der LVdM auch in diesem Punkt dafür einsetzt, dass wirklich alle Orte in den Landkreisen bzw. Kommunen auch genutzt werden können.

      Die Lehrkräfte an Musikschulen haben sich an die Lockdown-Situation angepasst, indem sie Online-Unterricht erteilen. Leider werden bei diesem Format aus verschiedenen Gründen nicht alle Schüler*innen erreicht. Analog zu den Grundschulen ist auch im Bereich der Musikschulen der Präsenzunterricht unabdingbar.
      Differenzierte musikalische Arbeit ist oftmals bei dem herkömmlichen Equipment für Online-Unterricht kaum möglich.

      Diese Regelung soll auch für private Musikschulen und soloselbständige Privatmusiklehrkräfte mit entsprechenden Hygienekonzepten gelten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sebastian Grothey
      ehrenamtlicher Vorsitzender
      der verdi-Landesfachgruppe Musik Niedersachsen/Bremen

      

    Brief an die Politik vom 8. März 2021

    • Impfpriorisierung der Musikschullehrkräfte in Kooperationen

      An
      Herrn Dr. Jörg Mielke, Niedersächsische Staatskanzlei
      Herrn Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur,
      Herrn Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Kultusminister,
      Frau Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Gesundheit und Soziales,

      z.K. an
      Herrn Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit
      Herrn Klaus Bredl, Landesverband der Musikschulen Niedersachsen

      Fachgruppe Musik der ver.di Niedersachsen/Bremen ver.di Brief vom 8. März 2021  – Niedersachsen/Bremen


      Sehr geehrter Herr Dr. Mielke,
      sehr geehrter Herr Thümler,
      sehr geehrter Herr Tonne,
      sehr geehrte Frau Behrens,

      durch die neue Fassung der Impfverordnung vom 25. Februar 2021 gehören nun »Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grund-, Sonder- oder Förderschulen tätig sind« in die 2. Gruppe (hohe Priorität) bei den Corona-Schutz-Impfungen.

      Der Großteil der Musikschul-Lehrkräfte arbeitet teilweise in Kooperationen in schulischen und ähnlichen Kinderbetreuungseinrichtungen.

      Aus diesem Grund fordern wir, auch die Musikschullehrkräfte zur 2. Gruppe (hohe Priorität) hinzuzufügen.
      Entsprechende Bescheinigungen könnten die Verwaltungen kommunaler und privater Musikschulen ausstellen.

      Sobald wie möglich sollte allen Musikschul-Beschäftigten unbürokratisch ein Impfangebot gemacht werden, bevor die Musikschulen zum Regelbetrieb bei den Kooperationspartnern zurückkehren. Noch ist Zeit diese Maßnahme umzusetzen, weil die Musikschulen z. Zt. weiterhin größtenteils auf digitalem Wege arbeiten.

      Die Arbeit der Musikschulen in Kooperation in Kitas, Grundschulen und ähnlichen Bildungseinrichtungen bildet einen der wichtigsten Pfeiler kultureller Bildung in Niedersachsen. Unsere Beschäftigten in diesem Bereich brauchen den gleichen Schutz, wie die anderen Kolleginnen und Kollegen, die im Bildungsbereich tätig sind.
      Dieses soll auch für in diesem Bereich selbständig tätige Lehrkräfte gelten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sebastian Grothey
      Vorsitzender der verdi-Landesfachgruppe Musik Niedersachsen/Bremen