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    Musikschullehrkräften in Mettmann droht Tarifflucht

    Musikschullehrkräften in Mettmann droht Tarifflucht

    Obwohl Karneval bereits vorbei ist, gleichen die Ereignisse in Mettmann einer schlechten Narrensitzung: Nachdem die Deutsche Rentenversicherung auf die Umstellung der Honorarverträge auf befristete Angestelltenverhältnisse gedrängt hatte, droht den Lehrkräften an der Musikschule nun eine Rolle rückwärts: Die Verträge der Musikschullehrerinnen und -lehrer sollen laut Verwaltung wieder in Honorarverträge umgewandelt werden mit Ausnahme derer, die im JeKiTS Programm tätig sind.

    »Selbst im Jahr 2019 gibt es anscheinend noch eine Zweiklassengesellschaft von Lehrkräften – zumindest in Mettmann«, so der Vorsitzende der ver.di-Landesbezirksfachgruppe Musik NRW Anton Gölle. »An musikalischer Bildung zu sparen und das auch noch auf Kosten der Lehrkräfte, ist ein Armutszeugnis der Politik! Dass die prekären Arbeitsverhältnisse der Lehrkräfte mit Einsparvorgaben seitens der Stadt begründet werden, verdeutlicht einmal mehr die Notwendigkeit eines Landesmusikschulgesetzes, an dem wir bereits arbeiten«, so Gölle weiter.

    Der ver.di Landesbezirksfachgruppenvorstand fordert alle Fraktionen im Rat der Stadt Mettmann dazu auf, sich klar zu positionieren, den Lehrkräften an der Musikschule tarifvertragliche Sicherheit zu gewähren und alle Verträge zu entfristen. »Insbesondere CDU und FDP möchten wir entschieden an ihren Koalitionsvertrag auf Landesebene erinnern, indem sie sich selbst dazu verpflichtet haben, Wege zu finden, um die personelle Situation an Musikschulen zu verbessern und prekäre Beschäftigung in öffentlichen Musikschulen zu begrenzen«, so Eva-Maria Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende der Landesbezirksfachgruppe Musik NRW. »Glaubwürdigkeit geht anders – man muss sich schon entscheiden, für was man steht«, ergänzt Zimmermann und spricht damit vor allem die FDP-Fraktion an, die die Rückumwandlung in Honorarverhältnisse befürwortet.

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