Nachrichten

    WIR.SIND.KULTUR.

    WIR.SIND.KULTUR.

    Ohne Kultur keine Gesellschaft – Wir brauchen ein Kulturfördergesetz für Brandenburg!

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburgver.di KB Kulturrat Brandenburg

    Ob Hoch- oder Subkultur, ob Gegenwartskultur, kulturelles Erbe oder Erinnerungskultur, ob regionale kulturelle Identität oder fremde Kultur im eigenen Land – Kultur ist Ausdruck für das Zusammenleben und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

    Eine blühende Kunst- und Kulturlandschaft ist kein kurzfristig verzichtbares Konsumgut. Sie ist ein bedeutender wirtschaftlicher Standort- und Wertschöpfungsfaktor für alle gesellschaftlichen Milieus. Sie ist Daseinsvorsorge und notwendige Grundlage für die Entwicklung von emotionaler, sozialer, kreativer und kultureller Kompetenz nicht nur bei Kindern und Heranwachsenden.

    Aus diesen Gründen ist sie eine sehr gute Investition in die Zukunft unseres Landes.

    Doch die Bedingungen, damit dieses Potenzial zur Wirkung kommen kann, damit Kunst- und Kulturschaffende in ihren Metiers arbeiten und ihren Lebensunterhalt bestreiten können, bleibt oft unbeachtet.

    Das Bewusstsein in Bezug auf den gesellschaftlichen Stellenwert von Kultur und kultureller Teilhabe hat infolge des Verzichts durch den Corona-Lockdown eine neue Bewertung, gar Wertschätzung erfahren. Die existentielle Unsicherheit und prekäre Situation, insbesondere der freien Szene, lenken unseren Blick auf Ungleichheit und auf Schwächen bestehender Förderinstrumente. Sie zeigen einen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung und verdeutlichen, dass Kultur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe eine starke Lobby braucht.

    Wir sehen unseren Auftrag als Kulturrat Brandenburg, aus der belastenden Situation eine Chance zu machen und auf die künftigen Rahmenbedingungen für Kultur Einfluss zu nehmen. Dafür fordern wir ein Kulturfördergesetz für Brandenburg.
    Dabei kann das Ziel nicht allein der Erhalt der bestehenden kulturellen Infrastruktur sein: Die Förderung von Kultur muss Pflichtaufgabe werden.

    Die Pandemie hat eine Art In-vivo-Experimentierlabor geschaffen: Orientierte sich Kulturförderung zuletzt zunehmend am Output bei wachsender Produktionsdichte und abnehmender Präsentationsdauer, so stehen derzeit wieder künstlerische Prozesse und Recherche im Zentrum.

    Ein neues Verhältnis zum Publikum und seinen Orten galt und gilt es zu finden. Einerseits gewinnen dabei das Lokale - gerade auch die ländlichen Gebiete - und der direkte Einbezug der Menschen vor Ort an Bedeutung, andererseits eröffnen digitale Formate neue weitreichende Möglichkeiten der Teilhabe. Dazu gehört auch der Austausch über Disziplinen hinweg in verschiedenste gesellschaftliche Kontexte.

    Nutzen wir das neue brandenburgische Kulturfördergesetz als Chance für einen kulturpolitischen »New Deal«. Der in der Krise intensivierte kulturpolitische Diskurs sollte nicht nur fortbestehen, sondern sich weiter qualifizieren – auch im Dialog der politischen und unabhängigen Gremien.

    Für alle, das Publikum, die Kulturschaffenden wie die Veranstaltungsbranche und nicht zuletzt für Politik und Kulturförderung, wird es darum gehen, Wege zu öffnen für die Vielfalt kultureller Erlebnissphären und Angebote, die gemeinwohl- wie prozessorientiert sind, nachhaltig wirken und gerechter Verteilung folgen.
    Ein Kulturfördergesetz kann diesen »New Deal« für Brandenburg auf den Weg bringen.

    Welche gesetzlichen Maßnahmen sind zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur erforderlich?

    Durch ein Kulturfördergesetz wird der Auftrag, wie er in den Artikeln 2(1), 33(2) und 34 der Landesverfassung formuliert ist, konkretisiert und ausgestaltet.

    Die Ziele und welche Mittel dazu
    als grundlegend erforderlich dafür vom Brandenburger Kulturrat erachtet werden können der beigefügten pdf-Datei entnommen werden.