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    Aktion WIR.SIND.MUSIK.

    09.05.2021, 18:50Berlin, Piazzetta am Kulturforum

    Aktion WIR.SIND.MUSIK.

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    Musikerinnen und Musiker fordern Öffnung des Musiklebens in Berlin

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburg C. von Polentz / transitfoto Berlin, 9. Mai 2021  – 1

    Sonntag, am 9. Mai 2021, fand unter dem Motto »WIR.SIND.MUSIK.« eine musikalische Demonstration auf der Piazzetta am Kulturforum Berlin statt. Die Initiative dazu ergriffen Dr. Theda Weber-Lucks und Andreas Frey, Leo Kestenberg Musikschule, in Eigenregie, nachdem die geplanten Berlin-Draussenstadt-Veranstaltungen zum zweiten Mal abgesagt worden waren.
    Mit einem entschiedenen »Nein! Wir lassen uns nicht sang- und klanglos in die Sommerpause verabschieden!« luden sie zu einem symbolischen musikalischen Akt vor der Kulisse von Philharmonie und St. Matthäi-Kirche ein.

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburg C. von Polentz / transitfoto Berlin, 9. Mai 2021  – 3

    Ideell und tatkräftig unterstützt wurden Sie dabei von Andreas Köhn, ver.di, Ulrike Philippi und Chris Berghäuser, Musikschulbündnis Berlin, Cornelia Ewald, Neustart Amateurmusik, Cornelia Dette und Justus Carrière, Initiative für die freie Kunstszene Berlins, sowie dem Landesmusikrat Berlin und der Landeslehrervertretung der Berliner Musikschulen. Es kamen über 100 Instrumentalistinnen/Instrumentalisten und Vokalistinnen/Vokalisten der Berliner Musikschulen. 17 Alphörner bliesen den eigens hierzu komponierten Alphorn-Corona-Blues, und mit musikalischer Signalkommunikation auf Alphörnern, Gemshörnern, Trommeln und menschlichem Gesang wurde an die Anfänge von Musik und Sprache überhaupt erinnert.

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburg C. von Polentz / transitfoto Berlin, 9. Mai 2021  – 4

    Gefordert wurden von allen Anwesenden an zentraler Stelle »Öffnungen im Musikleben - auch für Orchester, Chöre und Ensembles«. Seit über einem Jahr dürfen Chöre und Orchester nicht mehr in Präsenz proben oder wurden in ihrer Arbeit massiv beschränkt. Erfolgreich erprobte, sichere Konzepte liegen bereits vor, die nur angewendet werden müssten. – Es gäbe keine Zeit zu verlieren. 10.000 Schülerinnen und Schüler, besonders Kinder und Jugendliche, verlieren beim Online-Unterricht ihre Motivation und wenden sich ab. Doch wer soll in Zukunft in der Philharmonie spielen, wenn nicht unsere Kinder? (so Weber-Lucks). 30 Prozent der freischaffenden Künstler haben ihren Beruf aufgegeben, darunter auch viele Musikerinnen, Musiker und Lehrkräfte der Musikschulen, die von Online-Konzerten und Online-Unterricht mit schlechten Internet-Verbindungen zermürbt sind (Andreas Frey). Das fortgesetzte Singverbot in durchgeimpften Altersheimen sei geradezu absurd (Cornelia Ewald).

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburg C. von Polentz / transitfoto Berlin, 9. Mai 2021  – 5

    Musik, daran erinnerte die Weber-Lucks eindringlich, ist eine zentrale Ausdrucksform des Mensch-Seins, eine uralte, emotionale Sprache, die unmittelbar und universell verständlich sei und daher Frieden stiften könne. Sie sei an die Unmittelbarkeit des Augenblicks gebunden. Gerade das musikalische Gemeinschaftserlebnis biete Rückhalt, Zusammenhalt, Glück und Trost. Trauerfeiern oder Staatsakte, selbst Religionsausübung ohne sie nicht vorstellbar – deshalb, so Andreas Köhn, brauche es ein Recht auf Kultur im Grundgesetz, und ein Kulturfördergesetz für das Land Berlin. Musik ist für den Menschen unverzichtbar – so die Kernbotschaft dieser klangvollen, intensiven und hoffentlich weit tragenden Sternstunde der Musik.

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburg C. von Polentz / transitfoto Berlin, 9. Mai 2021  – 2


    Im Einzelnen führte Andreas Köhn,
    Leiter des Fachbereichs Medien, Kunst und Industrie der ver.di Berlin/Brandenburg aus:

    Warum brauchen wir ein Kulturfördergesetz?

    Immer mehr Künstlerinnen und Künstler aus allen Bereichen, der bildenden, darstellenden, musikalischen wie schriftstellerischen Kunst, leben gezwungenermaßen in prekären Verhältnissen.
    Wenn die materielle Basis fehlt, verkommt das Bekenntnis zur Freiheit des Wortes und der Kunst zu einer reinen Proklamation.

    Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie sehr Kunst und Kultur Teil der sozialstaatlichen Aufgaben sind. Es ist völlig unklar, wie die kulturpolitische Landschaft in Berlin nach der Pandemie aussieht, welche Künstlerinnen oder Künstler, welche Institutionen, Vereinigungen die Pandemie wirtschaftlich überleben.

    Umso dringender stellt sich die Frage, ob die Regierenden Kunst und Kultur nur als wohltätige, fürsorgende Kunstförderung verstehen, oder in Kunst einen treibenden Motor für die gesellschaftliche Entwicklung. Letzteres verlangt nach einer sachlich gesetzlich definierte Kunst- und Künstlerfinanzierung als Rechtsanspruch.

    Deshalb tritt ver.di als Kulturgewerkschaft, die Beschäftigte und Selbstständige aller Kunst- und Kultursparten vereinigt, für ein Kulturförderungsgesetz ein. Ein solches Gesetz muss Kunst und Kultur als elementaren Bestandteil der öffentlichen Daseins-vorsorge bestimmen und den Art. 20.Abs. 2 der Landesverfassung: »Das Land schützt und fördert das kulturelle Leben« ausführen.
    Das Berliner Kulturfördergesetz muss dies als Pflichtaufgabe regeln, dabei sind Kunst und Kultur transparent zu planen und öffentliche Räume dafür in die Stadtentwicklung einzubeziehen.
      

    • Der Aufruf zur Demonstration

      Musikalische Demonstration

      Wir fordern:

      • ÖFFNUNGEN IM MUSIKLEBEN –
        Musik ist als zentrale Ausdrucksform des Mensch-Seins unverzichtbar
      • MUSIKSCHULE IST BILDUNG –
        Öffnung der öffentlichen Musikschulen analog zu den allgemeinbildenden Schulen
      • GEBT UNS PERSPEKTIVEN –
        Gemeinsam erstellen wir Konzepte für sichere Präsenzkultur
      • WIR.SIND.KULTUR.
        Wir unterstützen die vom Landesmusikrat angeschobene Kampagne zur Einführung eines Berliner Kulturfördergesetzes

      Die Versammlung dient dem Zweck,
      diesen Forderungen und Zielen im Rahmen eines symbolischen musikalischen Aktes Nachdruck zu verleihen. Sie wurde auf Initiative von Dr. Theda Weber-Lucks und Andreas Frey (Leo Kestenberg Musikschule) ins Leben gerufen und wird u.a. vom Landesmusikrat Berlin, vom Musikschulbündnis Berlin, von der Landes-Lehrervertretung der Berliner Musikschulen e.V. (LBM) und ver.di unterstützt.

      Wann | Wo
           Sonntag, 9. Mai 2021
           18:50 bis 20:00 Uhr
           Piazzetta am Kulturforum Berlin

      Ablauf
           18:50 Uhr: Alphorn-Einstimmung – Musikalische Signale
           19:05 Uhr: Begrüßung
           19:10 Uhr: Corona-Blues, (alle, unisono)
           19:15 Uhr: Redebeitrag 1
           19:25 Uhr: Gesänge – Blues auf Wanderschaft –Statements – Tanzrhythmen
           19:45 Uhr: Corona-Blues (alle, unisono)
           19:50 Uhr: Redebeitrag 2
           20:00 Uhr: Nachklang

      Alle, die sich hinter unsere Forderungen stellen,
      sind herzlich willkommen! Wenn Ihr aktiv mitspielen wollt, meldet Euch vorher bei Theda, e-Mail: weber_lucks@yahoo.de – Hier der Link zum Blues: https://www.youtube.com/watch?v=6w5inyQuBwA. – Updates geben wir auf der unabhängigen Facebook Seite von Lehrkräften der »Leo Kestenberg Musikschule« bekannt.
      Wir freuen uns auf EUCH und Eure Unterstützung!

      Das Schutz- und Hygienekonzept
      für Versammlungen wird beachtet: 1,5-m-Abstände zwischen Einzelpersonen sowie Maskenpflicht sind auch beim Singen einzuhalten. Bläserinnen und Bläser müssen Ihre Maske nach dem Spielen wieder aufsetzen. Konsum von alkoholischen Getränken oder Drogen ist untersagt. Wenn Sie sich krank fühlen, bitten wir Sie, zuhause zu bleiben.

    Veranstaltungsort auf Google Maps anschauen.

    Der Corona Alphorn Blues

    Impressionen

      

    Der Aufruf ...

    Fachgruppe Musik der ver.di Berlin/Brandenburg
    © ver.di

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