Nachrichten

    Blasmusikverband verweigert Verhandlungen zum Sozialtarifvertrag

    Blasmusikverband verweigert Verhandlungen zum Sozialtarifvertrag

    Logo der Musikakademie Kürnbach Musikakademie Kürnbach

    25. September 2015: »Der Blasmusikverband tritt die Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verlieren werden, arrogant mit Füßen«, kritisiert Siegfried Heim, ver.di-Landesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie Baden-Württemberg, die Weigerung des Verbandes, mit ver.di über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Die Musikakademie Kürnbach wird zum 31. März 2016 geschlossen, rund 20 Beschäftigte sind betroffen.

    Über einen Anwalt hatte der Blasmusikverband Baden-Württemberg die Aufforderung von ver.di zu Verhandlungen abgelehnt und dabei den Gewerkschaftsmitgliedern gleichzeitig das Recht zum Führen von Tarifverhandlungen abgesprochen.

    »Grenzenlos unhöflich und arrogant ist nicht nur, Tarifverhandlungen per Anwaltsschreiben abzulehnen, sondern dabei auch noch die grundgesetzlich geschützte Freiheit von Beschäftigten anzugreifen, in einer Gewerkschaft für Tarifverträge zu streiten«, bewertet Heim das Vorgehen des Blasmusikverbandes.

    Dieser lehnt aber nicht nur Verhandlungen mit ver.di ab, sondern auch mit dem gewählten Betriebsrat der Musikakademie. Auch dessen gesetzlich verbrieftes Recht, im Falle einer Betriebsschließung mit dem Arbeitgeber über einen Sozialplan zu verhandeln, ignoriert der Blasmusikverband.

    Die ver.di-Fachgruppe Musik, die landesweit die Lehrerinnen und Lehrer an Musikschulen organisiert, hatte sich schon vor einiger Zeit mit einer Petition an Politik, Verwaltung und Vertreter der Laienmusik gewandt und für den Erhalt der Musikakademie Kürnbach ausgesprochen. Ursprünglich war die Schließung der Akademie mit Fertigstellung des mit 9,5 Millionen Euro Baukosten veranschlagten Musikzentrums Plochingen geplant; also frühestens im Frühjahr 2018. Die frühere Schließung beschloss der Blasmusikverband nachdem bekannt wurde, dass in Kürnbach Brandschutzmaßnahmen für etwa 150.000 Euro für den Weiterbetrieb nötig seien.

    Link zur Petition

    ----------
    zur Medieninformation der ver.di Baden-Württemberg vom 25. September 2015.