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    Solidarität mit den Berliner Musikschullehrerinnen und -lehrern!

    Solidarität mit den Berliner Musikschullehrerinnen und -lehrern!

    Der Landesvorstand der ver.di-Fachgruppe Musik NRW hat großen Respekt vor der mutigen Haltung unserer Kolleginnen und Kollegen an den Berliner Musikschulen, den ihnen vom schwarz-roten Berliner Senat aufgezwungenen neuen Honorarverträgen die Unterschrift zu verweigern.

    Damit hätten sie sich nötigen lassen, einer unzumutbaren Absenkung ihrer Entgelte um durchschnittlich 3,2 Prozent zuzustimmen. Skandalöse Entgelte für Absolventen von Musikhochschulen, die sich seit Jahrzehnten am unteren Rand der Skala bewegen. Eine weitere gravierende finanzielle und soziale Benachteiligung für die Berliner Musikschullehrerinnen und -lehrer ist nicht hinnehmbar.

    Damit zeigt der schwarz-rote Berliner Senat, dass ihm jegliche in die Zukunft weisende kulturpolitischen Haltung zu einer nachhaltigen Pflege öffentlich finanzierter Kultur, mit »kulturvollen« finanziellen und sozialen Arbeitsbedingungen abhanden gekommen ist. Es geht ihm nur darum, den finanziellen Druck, den die allgemeine Kürzungspolitik auf Bundesebene überall verursacht, brutal nach unten weiter zu reichen.

    Diese Berliner Zeichen eines wachsenden Kulturabbaus in unserem ganzen Lande nehmen wir auch in Nordrhein-Westfalen mit großer Sorge zur Kenntnis. Es scheint ganz so, als ob »die« Politik gewillt ist, die alltagskulturellen Einrichtungen, die unmittelbar für die Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind, wenn überhaupt, nur unter, im ganzen Land sich weiter ausbreitenden, immer prekärer werdenden Arbeitsbedingungen zu betreiben. Versprechungen kulturpolitischer Sonntagsreden vor Wahlen – unter tatsächlicher Maßgabe politisch gewollter kommunaler Verschuldung, Schuldenbremsen und europäischem Fiskalpakt – sind nicht mehr zu trauen, nicht mehr zu glauben. Es ist Zeit, dass wir uns selbst um unsere Belange kümmern.

    Nun droht den Kolleginnen und Kollegen an den Berliner Musikschulen, die sich nicht auf das Erpressungsmanöver des Berliner Senats eingelassen haben, die Kündigung. Das ist für alle Musikschullehrerinnen und -lehrer in der gesamten Bundesrepublik ein Schlag ins Gesicht und nicht hinnehmbar. Der Landesvorstand der ver.di Fachgruppe Musik NRW solidarisiert sich daher im vollen Umfang mit dem Protest und den Forderungen unserer Kolleginnen und Kollegen in Berlin.

    Es ist Zeit, dass in der gesamten Republik die Geduld der Musikschullehrerinnen und -lehrer zu Ende geht und endlich ein nennenswerter Widerstand gegen den sich ausbreitenden Kulturabbau und gegen immer prekärer werdende Arbeitsverhältnisse erwachsen kann.

    Düsseldorf, 18. Juni 2013

    ver.di Landesbezirk NRW
    Fachbereich Medien, Kunst und Industrie

    gez. Friedrich Kullmann
    Landesbezirksfachgruppenvorsitzender

    gez. Dirk Beyer
    Landesbezirksfachbereichssekretär

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    Die Solidaritätsadresse kann als pdf-Datei hier geladen werden.