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    Ein Missverhältnis wird sich ändern

    Ein Missverhältnis wird sich ändern

    Berliner Koalition nimmt Forderungen der Musikschulen ernst

    ver.di Fachgruppe Musik Berlin/Brandenburg T. Lobenwein Demonstration am 5. Oktober 2016  – am Brandenburger Tor

    An den Musikschulen muss sich was ändern! Die Proteste waren monate- und jahrelang unüberhörbar, fanden viel Aufmerksamkeit, zuletzt traten Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft mit Selfies in einer Postkartenaktion des Landesmusikrates an die Öffentlichkeit: Mindestens 172 feste Stellen an Musikschulen, tarifvertragliche Regelungen und mehr Geld für Honorarkräfte!

    Diesen Forderungen zu entsprechen ist nicht nur Wahlversprechen geblieben, sondern nun im Koalitionspapier der drei Berliner Regierungsparteien festgeschrieben. Musikalische Bildung soll ernst genommen werden! Gleich in mehreren Bereichen wird auf die Stärkung der Berliner Musikschulen gesetzt: Der Forderung des Landesmusikrats nach mindestens 20 Prozent festen Stellen für Musikschullehrkräfte wird entsprochen. Bei dauerhaftem Bedarf können Honorarverträge in Arbeitsverträge umgewandelt werden.

    Für eine bessere Entlohnung – sowohl an den Musik- als auch an den Volkshochschulen – werden die Honorarordnungen des Landes überprüft. Der Abschluss einer tarifvertraglichen Regelung für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte und die Anhebung der Honorare fanden Eingang ins Regierungsprogramm.

    Die rot-rot-grüne Koalition plant außerdem die Stärkung der bezirklichen Kulturarbeit durch Mindeststandards. Außerschulische Bildung soll durch ein Berliner Weiterbildungsgesetz gesichert werden. Auch für Musikalische Bildung in der Vorschulzeit verbessern sich die Chancen.

    »Die neue Koalition hat erkannt, wie wichtig musikalische und kulturelle Bildung als Basis der Musikkultur zusammen mit der Spitzenförderung sind«, zeigte sich der Präsident des Berliner Landesmusikrates Dr. Hubert Kolland erfreut. »Musikschulen im Vertrag breit zu verankern, entspricht ihrem integralen Charakter in der Bildungs- und Kulturlandschaft unserer Stadt.« Nun müssten die vielversprechenden Vorhaben durch »zielführende Landespolitik« in die Tat umgesetzt werden. »Wir sind vorsichtig optimistisch.«

    Aus: SPRACHROHR 4/2016