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    Bleiberecht für Pouya!

    Bleiberecht für Pouya!

    Der Musiker Ahmad Shakib Pouya, Hauptdarsteller bei ZAIDE. EINE FLUCHT., steht vor der Abschiebung nach Afghanistan – ungeachtet der Tatsache, dass der mittlerweile vorbildlich in Deutschland Integrierte in seinem Herkunftsland politisch verfolgt und vom Tod bedroht ist. Mehr noch: Sein sehr besonderer Fall liegt momentan der Härtefallkommission des Bayerischen Landtags vor, die noch nicht entschieden hat. Dass die Abschiebung trotzdem angeordnet wurde, gab es noch nie.

    Nicht nur tritt er mit dem Chor Zuflucht immer wieder bei politisch-sozialen Anlässen auf. Dank seiner exzellenten Deutschkenntnisse war er im bewegten Herbst 2015 auch ein wichtiger Gesprächspartner in den Medien, darunter in der Talkshow von Markus Lanz und in der ZDF-Live-Show Menschen auf der Flucht. Deutschland hilft von Johannes B. Kerner.

    Als Hauptdarsteller in der Produktion ZAIDE. EINE FLUCHT. ist er ein unverzichtbarer Solist – die nächsten Vorstellungen werden am 11., 13. und 14. Januar 2017 in der Alten Kongresshalle München stattfinden. Bei der IG Metall in Frankfurt am Main arbeitet er daneben als Dolmetscher und überaus motivierter Alltagshelfer bei der Beratungsstelle für Flüchtlinge.

    Letztlich kann unser Anliegen jedoch niemand besser in Worte fassen als Pouya selbst. Was er dem Bundespräsidenten persönlich sagte, als er mit Zuflucht Kultur beim Bürgerfest auf Schloss Bellevue 2015 auftrat:

    »Lieber Herr Gauck, eigentlich sollte ich hier Musik machen, ich spiele nur kurz, weil ich Ihnen aus vollem Herzen sagen möchte: Ich habe Ihre Sprache gelernt, Ihre Kultur kennengelernt, bitte nehmen Sie mich auf, ich möchte Steuern zahlen und Teil dieser Gesellschaft sein.«

    Zwei Stunden vor seiner »freiwilligen« Rückkehr nach Afghanistan am 22. Dezember 2016 und schon auf dem Flughafen erreichte Ahmad Shakib Pouya die schon nicht mehr für möglich gehaltene Zusicherung: Er kann bis nach den Münchner Aufführungen von ZAIDE. EINE FLUCHT. am 11. / 13. und 14. Januar 2017 in Deutschland bleiben. Die Erleichterung bei Pouya und allen Unterstützern ist immens. Die Ungewissheit bleibt. Denn nach wie vor gilt: Pouya darf nicht dauerhaft in Deutschland leben und muss am 15. Januar 2017 nach Afghanistan ausreisen.

    ZUR PETITION
    FÜR EIN DAUERHAFTES BLEIBERECHT FÜR POUYA

    FÜR EIN DAUERHAFTES BLEIBERECHT FÜR POUYA

    Eine Übersicht zum Fall Pouya, unter anderem eine umfangreiche Sammlung von Presseartikeln, können Sie auf der Internetseite des Departments Kulturwissenschaften der LMU München finden.