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    Der Fisch stinkt vom Kopf her!

    Der Fisch stinkt vom Kopf her!

    Eine geradezu lächerlich erscheinende Stellenanzeige hat die Stadtverwaltung St.Ingbert veröffentlicht.

    Gesucht wird eine neue Leitung für die städtische Musikschule.

    Das Anforderungsprofil entspricht dem, was üblicherweise für die Leitung von Musikschulen gefordert wird.

    Die in Aussicht gestellte Bezahlung entspricht dem, was üblicherweise von Seiten des Arbeitgebers angeboten wird bei weitem nicht!

    An der Musikschule St.Ingbert werden laut Ausschreibungstext 360 Jahreswochenstunden unterrichtet. Nach der Entgeltordnung des hier geltenden Tarifvertrages bedeutet das die Eingruppierung in die Entgeltgruppe 10.

    Die Stadtverwaltung St.Ingbert bietet einer qualifizierten und kompetenten Führungsperson dagegen ein Ehrenamt (!) an, das in seinem arbeitszeitlichen Umfang nicht beschrieben wird.

    Anstatt – wie es sich gehört – eines TVöD-Arbeitsvertrages wird eine läppische Aufwandsentschädigung angeboten.

    So ganz nebenbei wird durch die Stellenanzeige auch publik, dass die Stadt St.Ingbert auch ihre Musikschullehrkräfte ins Prekariat schickt: Alle 33 Lehrkräfte sind freie Mitarbeiter mit allen Nachteilen gegenüber einer Festanstellung mit TVöD-Arbeitsvertrag.

    Was anhand dieser Stellenausschreibung zu Tage tritt:
    Kulturelle Bildung, die die Identität unserer Gesellschaft ausmacht, wird geringgeschätzt, denn die, die diese Bildung vermitteln, werden mit Füßen getreten!

    Rangulf Zschenderlein
    für die Fachgruppe Musik Rheinland-Pfalz/Saarland

    Die Stellenausschreibung

    vom 30. August 2017 wurde von der Stadtverwaltung St.Ingbert auf facebook veröffentlicht.

    Ein »shitstorm«

    war die Folge – der sich leider auf der facebook-Seite der Musikschule und nicht auf der der Stadtverwaltung austobte. Die Ausschreibung wurde daraufhin von der Stadtverwaltung zurückgezogen.